Biogas im Münsterland

Ende 2006 gab es bereits 3.500 Biogasanlagen und es werden von Monat zu Monat mehr. Denn für die Betreiber lohnt es sich. Im münsterländischen Steinfurt haben sich 46 Bauern zur "Bioenergie Steinfurt GmbH & Co" zusammengeschlossen. Die Gründung der Firma hat einen längeren Vorlauf: Als eine Firma aus Hamburg in Steinfurt-Holling einen Windpark bauen wollte, sind die Bauern vor Ort auf die gekommen, es selber zu machen.

Als dann der Betrieb von Biogasanlagen reizvoll wurde, ist man eben auch dort eingestiegen. Mitgeholfen hat der Druck der EU-Agrarreform, die die Bauern dazu verpflichtet, eine Zehntel ihrer Fläche stillzulegen. Optional können die Bauern die 10% auch für Zwecke nutzen, die nichts mit der Nahrungsmittelproduktion zu tun haben. Außer den 46 Landwirten sind noch 23 Kapitalgeber in das Unternehmen eingestiegen. Pro Person war eine Einlage von 15.000 € fällig. So kam etwa ein Viertel der Investitionssumme von 4.000.000 € zusammen.

DIe KfW unterstützt solche Projekte

Das restliche Geld stammt von der Kreditanstalt für Wiederaufbau. RWE muss den von der Biogasanlage produzierten Strom zu einem Festpreis von 17 Cent pro Kilowattstunde abnehmen. Das die RWE davon nicht begeister war, merkten die Bauern, als es darum ging, die Anlage ans Netz zu bekommen. Das hat sich nach deren Aussage etwas in die Länge gezogen.

Pro Tag werden je 30 Tonnen Mais und Gülle in die Anlage gefahren. Heizschlangen sorgen dafür, dass in den Fermentern die Biomasse bei einer Temperatur von 42 Grad Biogas produziert. Zwei Blockheizkraftwerke wandeln das Gas dann in Strom um. Auf diese Weise gelangen 6,7 Millionen Kilowatt Strom im Jahr zum Verbraucher. Damit können etwa 500 Haushalte versorgt werden.

Die Abwärme bei der Stromerzeugung kann zum Heizen benutzt werden

Eines der Blockheizkraftwerke versorgt Gebäude Steinfurts sogar mit der bei der Stromerzeugung entstandenen Abwärme. Dafür bekommt die GmbH & Co drei Cent pro Kilowattstunde, von der Stadtverwaltung. 34.000 Euro können so jährlich eingespart werden. 13 Jahre dauert es, bis die Anlage abbezahlt ist.