Briten planen Gezeitenkraftwerk
Die Briten haben großes vor: An der Severnmündung soll ein Gezeitenkraftwerk gebaut werden, dass bis zu 5% der Stromversorgung liefern wird, wenn man den heutigen Verbrauch als Grundlage der Berechnung nimmt.
Spätestens 2022 soll es in Betrieb gehen. Das Vorhaben würde 15.000.000 Pfund verschlingen. Der Damm erstreckt sich dann vom walisischen Cardiff im Norden bis zum englischen Weston-super-Mare im Süden. Mit 16 Kilometer Länge hätte dieses Bauprojekt chinesische Ausmaße.
Das Für und Wider
Normalerweise genießt die Gezeitenkraftwerktechnik einen eher guten Ruf, sorgt sie doch ohne CO2-Ausstoß für Elektrizität. Doch Umweltverbände sind dagegen, weil sie meinen, dass die Kosten zu hoch und woanders besser angelegt sein. So lautete das Ergebnis einer von ihnen in Auftrag gegebenen Studie.
Die für die Studie verantwortliche Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Frontier Economics kritisierte auch, dass das Bauvorhaben aus Steuergeldern finanziert werden soll. Dabei könne die Privatwirtschaft die Summe aufbringen, wenn sie denn wolle. Überlegeungen, im Bristol Kanal ein Gezeitenkraftwerk zu bauen, gibt es schon lange, wegen der damals aber billigen Preise für Öl und Gas wurde das Projekt als zu teuer verworfen.
Im Jahr 2007 hatte die unabhängige Regierungskommission für nachhaltige Entwicklung eine Studie in Auftag gegeben, welche sich für ein Gezeitenkraftwerk aussprach. Dabei hob man hervor, dass man sich bei einem Bau an die Umweltdirektiven der EU halten müsse und keine anderen Klimaschutzprojekte darunter leiden dürften. Genau die Einhaltung dieser Auflagen wird von den Umweltorganisationen bezweifelt.
Jetzt, wo der Ölpreis in austronomische Höhen klettert und man sich nicht allzu sehr vom Ausland abhängig machen will, gewinnt die Überlegung eines Gezeitenkraftwerks wieder an Attraktivität. Außerdem sei die Fischwanderung gefährdet.
Darüber hinaus würde der Tidenhub hinter dem Damm verändert werden, welcher ca. 15 Meter ausmacht. Das wiederum hätte Auswirkungen auf die Wattvögel. Die Befürworter sehen in dem Damm einen Überflutungsschutz sowie bessere Bedingungen für die Schifffahrt. Die Verkehrsinfrastruktur und der Tourismus würden gestärkt werden.
In Großbritannien wird man sich zwischen CO2 freier Energiegewinnung, die mehr Unabhängigkeit verspricht und Beibehaltung des Ökosystems an der Severnmündung entscheiden müssen.