Gestiegener Heizölverbrauch
In Deutschland wurde in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 3% mehr Energieverbraucht als im Jahr davor. Laut der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen wurden im Zeitraum von Januar bis Juli 245,5 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten verheizt. Verantwortlich dafür sollen die kühlere Witterung und ein steigendes Wirtschaftswachstum gewesen sein.
Witterung mitverantwortlich für den Anstieg
Trotz schmerzender Verteuerung stieg der Mineralölverbrauch um über 3%. Der leichte Heizölverbrauch stieg sogar um 21% an. Der Dieselkraftstoffverbrauch nahm um 5%, der von Flugkraftstoff um 4% zu. Die Privathaushalte verbrauchten im ersten Halbjahr 2008 10% mehr Erdgas als im Vorjahreszeitraum, die Industrie hatte einen Mehrbedarf von 5%. Daraus ergibt sich eine gesamte Steigerung des Erdgasabsatzes um 9,5%. Lediglich bei Stein- und Braunkohle nahm der Verbrauch ab (1 und 2,7%).
Bei den Energiepreisen, die auf uns zukommnen würde man sich glücklich schätzen, in Kaltbrunn am Bodensee zu wohnen. Dort wird ab Herbst 2009 ein Schilfheizkraftwerk die Bewohner mit Wärme versorgen. In mehreren anliegenden Naturschutzgebieten wird das Schilf regelmäßig gemäht. Früher musste Geld für das weitgehend ungenutzte Grün gezahlt werden. Nur ein geringer Teil wurde als Einstreu auf dem Acker und im Stall genutzt.
Heizen mit Schilf
Schilf hat fast so einen hohen Brennwert wie Holz. Die Technik zum Verheizen musste nicht lange gesucht werden. In Dänemark gibt es Bereits ähnliche mit Stroh befeuerte Anlagen. In Kaltbrunn wird eine solche Anlage um einen Feinstaubfilter ergänzt. Die Bürgerinitiative "Energie und Landschaftspflege Bodensee" kümmert sich um die Realisierung des Projekts. 100 von 160 Gebäuden des Dorfes werden dann bald mit der Bioenergie versorgt werden.
Das Minikraftwerk erwärmt Wasser, welches dann durch eine knapp 4 km lange Ringleitung fließt. Die Kosten für den Anschluss hat jeder Dorfbewohner selbst zu bezahlen. Von den rund 3.000 Euro werden 1.800 Euro vom Staat übernommen. Insgesamt kostet der Bau des Schilfheizkraftwerk 1.900.000 Euro. Die Kilowattstunde wird mit elf Cent berechnet und ist damit drei Cent billiger als die Bewohner noch mit Öl heizten.